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(aus einer Berliner Tageszeitung) Ein gnadenloses Duell Wir befinden uns im Jahre 1870 in der kleinen Stadt
Redemption, irgendwo im amerikanischen Mittelwesten. Der Name der Stadt ist
zugleich Motto, denn übersetzt heißt Redemption soviel wie Wiedergutmachung, und
genau darauf sinnt die Revolverheldin Ellen (Sharon Stone), als sie an den Ort
ihrer Kindheit zurückkehrt. Traurige Erinnerungen verbinden sie mit der Stadt, an
der ihr Vater (Gary Sinise) einst Sheriff war, und von dem skrupellosen Gangster
John Herod (Gene Hackman) ermordet wurde. Seitdem hat sich Herod als selbsternannter
Bügermeister einen berüchtigten Namen gemacht. Jedes Jahr veranstaltet er in
Redemption einen bizarren Schießwettbewerb.In diesem Jahr will Ellen teilnehmen
und endlich an Herod Rache für ihren Vater nehmen. Doch ist sie nicht die
einzige, denn auch andere hegen einen tiefen Haß gegen den brutalen Herrscher
des Ortes. Da ist Cort (Russell Crowe), ein ehemaliger Weggefährte Herods, der
aber dem Töten abgeschworen hat und als Prediger durch das Land zieht. Kid
(Leonardo DiCaprio), ein blutjunger Mädchenschwarm, der durch seine
unglaublichen Schießkünste beeindruckt, und von dem gemunkelt wird, er sei
Herods unehelicher Sohn. So schreitet der grausame Wettbewerb Runde um Runde
voran, denn Herod hat die Regeln geändert: Es wird solange geschossen, bis einer
der Kontrahenten niedergestreckt im Staub der Hauptstraße liegt. Das letzte
Duell zwischen Ellen und Herod ist also unausweichlich! Wer hat als erster den
Finger am Abzug? Sharon Stone erweitert das Westerngenre um eine
völlig neue Figur: Die eiskalte Rächerin Ellen wird von ihr ebenso erbarmungslos
wie leidenschaftlich verkörpert. Über ihre Rolle sagte Hollywoods Traumfrau:
"Ellen glaubt, daß sie einfach losgehen und das tun kann, was sie tun muß. Aber
die Vregangenheit läßt sie nicht los." "Schneller als der Tod" ist für die vielbeschäftigte
Schauspielerin in zweierlei Hinsicht Neuland: Erstmals spielt sie in einem
Western und ist gleichzeitig Koproduzentin des Streifens. Westernerprobt dagegen
ist Gene Hackman, der nicht nur in "Erbarmungslos" an der Seite von Clint
Eastwood glänzte. Leonardo DiCaprio als Kid bietet wieder einmal eine
erstaunlich reife Leistung, was Sharon Stone zu dem Kommentar veranlaßte: "Er
spielt so gut, daß es fast Angst macht." Kultregisseur Sam Raimi, der bisher
hauptsächlich durch die Klassiker "Tanz der Teufel" und "Darkman" Fans in aller
Welt begeisterte, revolutioniert mit "Schneller als der Tod" das Westerngenre,
und läßt es mit Hilfe modernster Technik kraftvoller denn je erscheinen.
J.C. * |