Gegenpol Nr. 34 / Dezember '98

 

 

Total Eclipse

Leidenschaft, die Leiden schafft

Wer Leonardo DiCaprio bisher nur als romantischen Traumprinzen wie in "Titanic" oder "Romeo und Julia" kannte, für den wird es Zeit, Leo einmal ganz anders zu erleben.

Wie wäre es mit einem psychopathisch-philosophischen jungen Dichter des späten 19. Jahrhunderts, der seine ganze Jugend mit Rebellieren und Schockieren verbringt? Es ist die Geschichte von Arthur Rimbaud (Leonardo) und dem damals berühmten Dichter Paul Verlaine. Dieser setzt sich mit dem damals erst sechzehnjährigen Arthur in Verbindung, um von ihm zu lernen. Von Anfang an ist Paul von Arthur und seiner provozierenden Arroganz fasziniert.

Der Beginn einer paradoxen Affäre voller Liebe und Anziehung auf Pauls Seite und Wahnsinn, Genialität und Zynismus auf Arthurs Seite.

Der Film schreckt auch nicht vor schonungslos offener Gewaltdarstellung zurück! Beim ersten Ansehen wußte ich nicht, ob ich mich angewidert abwenden oder begeistert Beifall klatschen soll.

Ein alles in allem mehr als außergewöhnlicher Film, den man so schnell nicht vergißt. Leonardo di Caprio in einer wirklich bizarren, desillusionierten Rolle, die sein schauspielerisches Potential voll zum Ausdruck bringt. Allerdings auch nichts für weiche Gemüter.

Quelle: http://www.gegenpol.net/hefte/1998/12104.html

 

Vielen Dank an Gabi !

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