Sueddeutsche Zeitung - 27.7.2002

 

Hollywoods Antiken-Bazar:

Heureka, der Regisseur des neuen Alexander-Epos steht fest

Es habe, so berichtet Plutarch, der große Alexander, als er auf einem seiner Feldzüge Troja besuchte, auf das Grab des Achilles einen Kranz gelegt, und sein bester Freund Hephaestion einen auf das Grab des Patroklos. Eine bewegende kleine Szene, die wir wahrlich nicht missen mögen, wenn in ein, zwei Jahren Hollywoods Alexander-Projekt auf die Leinwand kommt. Kein anderer Stoff hat in den letzten Jahren, seit Mitte der Neunziger, die Kinoproduzenten und -regisseure so stark fasziniert wie der makedonische Eroberer, der fast zehn Jahre unterwegs war, um ein Weltreich zu schaffen.

Ein Held, der dem Expansionsdrang des Kinos wie gerufen kommt, auch dem des greisen Dino de Laurentiis, der gerade mit 'Gladiator' seine imperialen Kinolüste befriedigte. Sein Lieblingsregisseur Ridley Scott hat ihm zwar für 'Alexander' eine Absage erteilt, aber als begeisterten Koproduzenten hat man Mohammed VI. gefunden, den König von Marokko, dessen Land die nötigen wild-poetischen locations liefert und der dazu ein frisch errichtetes Filmstudio und ein paar tausend Soldaten als Statisten liefert, da könnte der Drehbeginn in der Tat bereits im kommenden Januar sein!

Die berühmtesten Hollywoodianer haben sich für den Großen in eine harte Konkurrenz begeben, Martin Scorsese wollte Alexander mit dem 'Gangs of New York'-Helden Leonardo DiCaprio machen (und hat sich nun erst mal für Howard Hughes entschieden), Oliver Stone war in Verhandlungen mit Ritter Heath Ledger, und Mel Gibson, australischer Alexander-Buff, Braveheart und Patriot, wollte die Geschichte ins Fernsehen bringen. Ein Außenseiter aber, ein Landsmann von Gibson, hat die Favoriten abgehängt. Mit Baz Luhrmann hat sich nun Dino de Laurentiis zusammengetan, dem Inszenator einer neuen Broadway- 'Bohème' und des filmischen 'Moulin Rouge'. In diesem Film hat er schon den Umgang mit Super-Schlacht-Elefanten geübt. Und die Szene mit den beiden Jungs und ihren Kränzen, siehe oben, ist bei ihm in besten Händen.

Quelle: Sueddeutsche Zeitung

Danke Gabi !

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