Hit Interview ~ 1994

 

Shooting Star Leonardo DiCaprio über das Filmgeschäft:

Wie ´ne Achterbahn !

Hit! traf den coolen Jungstar in New York !

Leonardo DiCaprio ist kein durchschnittlicher Teeniestar. Er soll nach Ansicht vieler Kritiker in "This Boy´s Life" bereits zu Beginn seiner Hollywood-Karriere den legendären Robert De Niro und dessen Partnerin Ellen Barkin an die Wand gespielt haben.

Zum Hit!-Interview in der Zenrale von Warner Bros Films in New York kam der 19jährige ziemlich grungig angezogen, große schwarze Galoschen über seine Doc Marten-Stiefel gezogen. Das ist für ihn das richtig coole Outfit - auch wenn es nicht so ganz zu seinem Kurzhaarschnitt paßt! Leo, wie er am liebsten genannt wird, sprach nicht nur über seine beiden jüngsten Filme "This Boy´s Life " und "What´s Eating Gilbert Grape", sondern auch über Outfit und seine italienische Abstammung.

Mußtest du für "What´s Eating Gilbert Grape" lange an dieser schwierigen Rolle des geistig zurückgebliebenen Bruders von Johnny Depp arbeiten?

Das war sicherlich meine bisher schwierigste Rolle. Aber nicht nur die achtmonatigen Dreharbeiten in der Hitze von Texas waren hart, auch bei den Vorbereitungen wurde ich schwer gefordert. Ich habe viel Zeit in Schulen für geistig Zurückgebliebene verbracht. Das war eine überwältignde Erfahrung.

Das Filmgeschäft läuft ziemlich verrückt ab. Wie kommst du damit zurecht?

Das stimmt. Das Filmgeschäft geht wirklich verrückt ab. Ich komme mir oft vor wie in der Achterbahn - aber ich möchte um nichts in der Welt aussteigen! Es gibt immer wieder absolute Höhepunkte. Als ich hörte, daß ich in meinem ersten richtigen Film an der Seite von Robert De Niro spielen würde, konnte ich vor Aufregung einen ganzen Nachmittag lang kaum mehr Luft holen. Ich rief damals meine ganzen Schauspielerfreunde an, und jeder sagte: "Super, jetzt legst du richtig los!" Als ich Robert dann das erste Mal am Set traf, wollte ich richtig cool und abgeklärt wirken - allerdings dachte ich die ganze Zeit, ein Typ wie Robert De Niro werde sowieso sicher erkennen, daß ich furchtbar nervös bin. Aber Robert machte es mir sehr leicht: Er sagte, ich sehe aus wie ein Junge aus seiner alten Nachbarschaft in New York. Ich fand den Spruch ziemlich gut, da ich weiß, daß er aus einem typischen, alten Italienerviertel in Brooklyn stammt, und ich glaube, daß man mir die italienischen Vorfahren ansieht.

Was war das witzigste bei den Dreharbeiten zu "This Boy´s Life"?

Robert De Niros Gags. Robert hat mich nämlich beinahe jeden Abend angerufen und witzige Nachrichten auf meinem Anrufbeantworter hinterlassen. Und ich habe mir einen Spaß daraus gemacht, meine Freunde anzurufen und ihnen De Niros Nachrichten vorzuspielen.

In "This Boy´s Life" hattest du einen Kurzhaarschnitt. Für "What´s Eating Gilbert Grape" hast du dir einen Topfhaarschnitt zugelegt. Jetzt trägst du die Haare wieder sehr kurz. Was steht dir am besten?

Das ist so eine Sache mit den Haaren. Jeder in Hollywood sieht zur Zeit grungig aus, wenn er nicht gerade an einem Film arbeitet. Es ist verrrückt: Bei den Dreharbeiten hat der Schauspieler einen sauberen Haarschnitt, und schon eine Woche später triffst du ihn auf einer Party, er hat einen Ziegenbart und lange Haare und sieht aus, als hätte er sich einen Monat lang nicht gewaschen. Ich stehe mehr auf diesen Kurzhaarschnitt, weil er zu mir paßt. Ich habe nämlich eine halb schwarze, halb weiße Persönlichkeit.

Du bist italienischer Abstammung. Bedeutet dies, daß du ein sehr temperamentvoller Mensch bist?

Ich glaube, alle Menschen italienischer Abstammung sind sehr emotionale Menschen. Ich bin auch oft gefühlsbetont, bin aber kein Typ, der ständig herumbrüllt.

Magst du italienisches Essen?

Das ist mein Lieblinsessen, vor allem die sizilianische Küche. Italienisches Essen hat nur einen Nachteil. Es enthält jede Menge Olivenöl, das sehr fett ist. Und ich will nur wenig Fett zu mir nehmen, da ich sehr gesundheitsbewußt bin.

Was sind für dich die positiven und die negativen Seiten des Starruhms?

Ich weiß das doch nicht, ich bin schließlich noch kein richtiger Star. (Er grinst kokett) Aber im Ernst: Die schlimmste Sache im Showbusiness ist, daß man nur wenig Schlaf bekommt und kein Privatleben hat. Die Vorteile dagegen sind grenzenlos: Du bekommst ziemlich viel Geld, du reist viel und triffst eine Menge interessanter Leute. Es gibt doch nichts Schöneres, als im Leben die Dinge tun zu können, die du wirklich machen willst. Das sagen zwar bestimmt viele, aber ich meine das auch wirklich so!

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