Süddeutsche Zeitung - 10.02.01
Über die Drehbücher der Berlinale-Filme.
Ausschnitt über Don´s Plum:
.... Da begegnet man den Filmen im Panorama anschließend natürlich mit geschärftem Blick fürs Drehbuch das allerdings in Dons Plum nicht mehr ist als ein lockeres Gerüst. Man kann sich vorstellen, wie sich vor fünf Jahren ein paar Schauspieler und einer, der meinte, er könne ja die Regie übernehmen (R.D. Robb), zusammensetzten und sagten: Vier Freunde treffen sich, und jeder bringt eine Frau mit, die er gerade erst kennengelernt hat. Der Reiz ergibt sich aus der Vertrautheit unter den Männern und der Fremdheit mit den Frauen, aber die Vorgabe bleibt so luftig, dass die Rollen nie glaubwürdig werden. Das dürfte der Grund sein, warum Leonardo DiCaprio in den USA und Kanada ein Verbot des Filmes erwirkt hat, denn hinter dem Großkotz, den er hier spielt, schimmert ständig der hilflose Junge durch, der von der Welle des Titanic-Ruhms überrollt wurde. Im Kontrast dazu wirkt Tobey Maguire, inzwischen auch erfolgreich, schon hier wie ein Kind, das den Wundern der Welt mit scheuer Neugier begegnet. Immerhin fühlt man sich dann doch manchmal an die rohe Poesie der frühen Filme von Cassavetes erinnert, und es ergeben sich ein paar Momente, die in den Millionen-Dollar-Produktionen, die diese zu Stars gewordenen Schauspieler heute drehen, nicht mehr möglich sind. .....
Danke Gabi !
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